Der Bürgermeister informiert

Bürgermeister, Edgar KoppLiebe RumerInnen!

Braucht RUM-NORD eine neue Straßenanbindung?

Vor rund drei Jahrzehnten gab es schon die ersten Gespräche zwischen dem Land Tirol und den beiden Gemeinden Rum und Thaur bezüglich der Umstrukturierung der Landesstraße 8 (Dörferstraße). Damals war angedacht im östlichen Thaurer Bereich anstatt der bestehenden drei asphaltierten landwirtschaftlichen Wege, eine neue Landesstraßenverbindung von der B171 zur L8 durch das Land zu errichten. Parallel dazu wäre die Errichtung einer neuen Spange von der L8 zur B171 als Landesstraße an der westlichen Gemeindegrenze von Rum geplant gewesen.

Nach mehr als zehn verschiedenen Planungsvorschlägen im Ortsgebiet von Thaur kam es jahrzehntelang zu keiner Einigung mit den Grundeigentümern. Im Jahre 2006 hat dann der Gemeinderat von Thaur die vom Land geplante und mitfinanzierte (nunmehr bestehende) Straße abgesegnet. Seitens der Gemeinde Rum ist man in all den Jahren davon ausgegangen, dass am Westrand von Rum ebenfalls die schon lang angedachte neue Landesstraße von der B171 zur L8 durch das Land errichtet wird. Von der Gemeinde Rum gibt es dazu mehrere Planungsvorschläge, wobei wir der Landesplanung nicht vorgreifen wollten.

Die Marktgemeinde Rum hat auf Ersuchen der Gemeinde Thaur eine freiwillige Mitfanzierung in der Höhe von knapp € 100.000,– als Beitrag zur Hochbrücke und zur Ampelanlage an der B171 gewährt.

Im Zuge des immer noch laufenden Zusammenlegungsverfahrens „Thaurer Felder“ traf man seitens des Bodenund Regulierungsfonds des Landes an die Gemeinde Rum mit dem Vorschlag heran, dass die Gemeinde Rum sich an einer Straßenführung vom Kreisverkehr in Thaur über die Römerstraße bis zur Rumer Gemeindegrenze und dann nach Norden – neben dem Feuerwehrhaus zur Schulstraße mit einem Kreisverkehr in der Schulstraße beteiligen möge.

Zur Beurteilung, welche Auswirkungen eine neue Anbindung von Osten her mit sich bringt, wurde das Verkehrsplanungsbüro DI Schlosser mit der Durchführung einer Verkehrsuntersuchung beauftragt. Die neue Straße zwischen Rum und Thaur würde eine Belastung von ca. 1.450 Kfz/24 h aufweisen, dies entspricht ca. 20 % des Verkehrs auf der Dörferstraße.

Verkehrszählungen vor Errichtung der neuen Straße in Thaur sowie nach Inbetriebnahme dieser neuen Verkehrsverbindung in Thaur haben wir jeweils in unserem Gemeindegebiet durchführen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass auf der Landesstraße (Dörferstraße) in beide Richtungen sowohl von Thaur kommend in Richtung Innsbruck aber auch von Innsbruck-Arzl kommend in Richtung Thaur keine Veränderung in der Verkehrsfrequenz eingetreten ist. Eine Verbesserung gibt es über die Schulstraße-Gartenweg und umgekehrt, dort ist weniger Verkehrsbelastung feststellbar.

Durch die Neuanbindung Rum/Ost würde der Ortsbereich entlang der Gemeindestraße Langer Graben am schwersten belastet. So würde sich der Verkehr am Langen Graben um 850 Kfz/24 h erhöhen und täglich ca. 2.600 Kfz/24 h durch den Langen Graben fahren.

Die Anbindung Ost hätte auf den Verkehr von Westen kommend kaum Auswirkungen. Die Dörferstraße östlich von Rum würde mit ca. 600 Kfz/24 h entlastet, da diese Verkehrsströme über das Ortsteilzentrum Rum/Dorf (Volksschule und Haus der Kinder Langer Graben) fließen würden.

Ob eine Entlastung der Dörferstraße durch eine Mehrbelastung des Langen Grabens aus verkehrstechnischer Sicht zu befürworten ist, wagen die Verkehrsplaner zu bezweifeln.

Der Ausgangspunkt der Überlegungen zur geplanten Anbindung Ost aus Sicht der Gemeinde Thaur ist die Situation, dass Rum nur über die Landesstraße von Thaur kommend oder von Innsbruck kommend über eine direkte LKW-taugliche Anbindung verfügt.

Dies wurde von der Gemeinde Thaur mehrmals betont und es ist der ausdrückliche Wunsch der Nachbargemeinde, dass Rum eine eigene Zufahrt bekommt.

Die Errichtung dieser neuen Straßenanbindung  Rum/Ost würde allerdings aus Sicht der Gemeinde Rum, der Verkehrsplaner sowie auch aus Sicht der Fachabteilung des Landes keine LKWtaugliche Anbindung darstellen. Dazu sind die Kreuzungsbereiche Schulstraße-Langer Graben, Schulstraße-Bahnhofstraße-Murstraße sowie die Einbindungen Langer Graben in die Dörferstraße und Murstraße in die Dörferstraße in derzeitiger Form nicht geeignet, wie die Berechnungen der Schleppkurven durch das Büro DI Schlosser gezeigt haben.

Laut Bestand sind diese Knotenpunkte mit LKW und Anhänger oder Sattelschlepper nicht befahrbar. Zum Thema LKW-Verkehr muss in diesem Zusammenhang auch auf die Struktur von Rum/Nord eingegangen werden. Derzeit gibt es keine Betriebe in Rum/Nord, die zwingend LKW-Zulieferungen oder Abholungen benötigen würden.

Aufgrund der derzeitigen raum- und entwicklungsplanerischen Struktur von Rum-Dorf und Hoch-Rum lässt sich schlussfolgern, dass von diesen beiden Gebieten in Zukunft kein größeres LKW-Aufkommen ausgehen wird.

Da eine raumplanerische Entwicklung des nördlichen Rumer Gemeindegebietes wohl eher Richtung Westen zur Landeshauptstadt hin orientiert sein wird, ist für Rum die Schaffung einer neuen Landesstraßenverbindung im Westen sinnvoll und notwendig.

Der Gemeinderat der Marktgemeinde Rum hat sich nach Vorberatungen in den Ausschüssen gegen eine Errichtung einer neuen Anbindungsstraße Rum/Ost entschieden. Lediglich vier Pro-Stimmen gab es für eine Errichtung dieser neuen Straße im Osten.

Abschließend kann man eindeutig bejahen, dass Rum eine neue Straßenanbindung braucht, die aber sinnvoller Weise an der Westeinfahrt als neue Landesstraße konzipiert sein soll. Schon allein deshalb, da die Rumer Bevölkerung sicher zu 90 % in Richtung Landeshauptstadt orientiert ist, sowohl was die Arbeitsplatzsituation als auch das Einkaufs- und Freizeitverhalten betrifft.

Ihr

Der Bürgermeister
Edgar Kopp

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